Heutzutage wird der Teil von Turkestan, welcher Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan umschließt, Westturkestan, und das Gebiet, das für die letzten 2 Jahrhunderte unter der chinesischen Besetzung war, Ostturkestan genannt. Die geografische und strategische Bedeutung von Turkestan ist offensichtlich, betrachtet man das große Interesse in dieses Gebiet, das Russland und China, die 2 regionalen Supermächte, aufzeigen. Russland und China haben beide eine wichtige Rolle in der Geschichte von Turkestan gespielt, weshalb es heutzutage in 2 Hälften aufgeteilt ist.
| O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Doch der vor Gott am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch. Gott ist fürwahr wissend, kundig. (Quran, 49:13) | ||||
Im Ausgang der Revolution der Bolschewiken hat Russland einen mächtigen Kontroll-Mechanismus in West-Turkestan aufgestellt, wo viele Staaten existieren, die aus verschiedenen türkischen Stämmen bestanden. Dem Gebiet wurde der Name „Sowjetisches Zentralasien“ gegeben, anstelle des Namens Turkestan, unter dem das Land für hunderte Jahre bekannt war.
Die Absicht dahinter war, den Türken ihr gemeinsames Nationalbewusstsein zu nehmen. Das wichtigste Element der Politik Russlands war es, den Islam in der Region vollständig zu eliminieren. Während dieser Periode wurde im Versuch, die nationalen Kulturen der Türken zu vernichten, eine Anzahl von Sanktionen angewandt; Moscheen und Orte, die religiöse Unterweisung anboten, wurden geschlossen, und Religion wurde vollständig vom sozialen Leben abgetrennt. Krimtürken wurden in Nacht- und Nebelaktionen zusammengetrieben und nach Sibirien ins Exil geschickt, und es wurden Russen geholt, die die Häuser und Länder besetzten. Ausserdem wurden künstliche ethnische Konflikte zwischen den Nationen von Zentralasien entzündet. Eine weitere Maßnahme des sowjetischen Regimes, Türken zu assimilieren, zielte auf die Entwicklung einer zweiten Sprache an der Seite der Muttersprache der Muslime im Kaukasus und Zentralasien ab. Das ist der Grund, weshalb heutzutage als Mittel der Kommunikation zwischen den in Frage kommenden Gemeinden Russisch vor dem Türkischen bevorzugt wird.
Ostturkestan hat eine ähnliche Unterdrückung erlitten wie Westturkestan, allerdings in einer noch gewalttätigeren Form. Mitte des 18. Jahrhunderts drangen die Chinesen in Ostturkestan ein. Die politischen Änderungen, die in der Region (und der Welt im Ganzen) stattfanden, verhinderten, dass der Wunsch der Menschen in Ostturkestan nach Unabhängigkeit in die Wirklichkeit umgesetzt wurde. China – ein Land mit einer Gesamtgröße von etwa 10 Millionen Quadratkilometern – versuchte die Menschen aus Ostturkestan (auch eine gigantische Nation von 2 Millionen Quadratkilometern) mit ihre politischen Richtlinien, mit Unterdrückung und Isolation auszulöschen.
Gleich wie die Russen in Westturkestan, haben die Chinesen auch den Namen der Region geändert. Der neue Name, den sie gebrauchten, war die „Autonome Uighur-Region von Sinkiang.“ Sie begannen sodann dieselben Arten von politischen Regeln anzuwenden, die auch anderen imperialistischen Nationen verwendeten. Ein rücksichtsloser Krieg gegen die Überzeugungen, Gewohnheiten und religiösen Praktiken der lokalen Bevölkerung wurde eingeleitet. Ethnische Diskriminierung reifte heran, Forderungen nach Unabhängigkeit wurden grausam unterdrückt, verteidigungslose Menschen wurden aus ihrem Land ins Exil geschickt, und chinesische Siedler wurden gebracht, um sie zu ersetzen. Die Brutalität, die als „Chinesische Folter“ und Grausamkeit bekannt war, wurde sehr bald zur Wirklichkeit.
Bevor auf die Details der Unterdrückung eingegangen wird (welche die meisten Mensch nicht zur Kenntnis nahmen), werden wir die historische, geo-strategische und geo-politische Position von Ostturkestan untersuchen.
Diese Länder, die durch die gesamte Geschichte hindurch das Heim für große Imperien waren, wurden zu einem unverzichtbaren Teil der Islamischen Welt, nachdem die Türken während der Herrschaft des Kalifen Abd al-malik Marwan (geb. 646/647 – gest. 705) zum Islam konvertierten. Die Jahre zwischen 751-1216 insbesondere, nachdem Satuk Bughra Khan ( --- / gest. 955-6) den Islam akzeptiert hatte, sind als goldenes Zeitalter Ostturkestans bekannt. Durch diese Periode hindurch kamen Studenten aus aller Welt, um an den renommierten Religionsschulen und Erziehungs-Institutionen von Turkestan zu studieren. Staatsmänner und Wissenschaftler, die helfen sollten, die Welt zu formen, wurden auch dort trainiert. Die Türken, die aus der Region in alle Ecken der Welt migrierten, trugen den Islam in viele unterschiedliche Länder.
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Die Region zwischen der Großen Mauer von China und dem Kaspischen Meer, Sibirien und Iran, und die Grenzen von Afghanistan, Pakistan, Kaschmir und Tibet war nicht nur in den frühesten Islamischen Aufzeichnungen als Turkestan bekannt, sondern auch in alten iranischen und indischen Büchern erwähnt. Dies wird auch von vielen großen westlichen Historikern akzeptiert. Nikita Bichurin, einer der frühesten bekannten Turkologen, hat diese historische Wahrheit mit folgenden Worten unterstrichen: „Eine Nation lebt zwischen dem Kaspischen Meer und den Koh-i Nur Bergen. Sie sprechen türkisch und glauben an den Islam. Sie stellen sich selbst als Türken vor und beschreiben ihr Land als Turkestan.“7 Nur weil diesen Ländern nach der Besetzung durch China der Name „Xiniang“ oder „Sinkiang“ (was „Neue Grenzen“ bedeutet) gegeben wurde, ändert dies nichts an der historischen Wirklichkeit.
Über ungefähr 2000 Jahre, zwischen 206 v.Chr. und 1759 A.D., war Ostturkestan imstande seine Unabhängigkeit für mehr als 1800 Jahre aufrechtzuerhalten. Während der Periode, in der es an die türkischen Hun und Gokturk Khanate angebunden war, lag die lokale Verwaltung vollständig in den Händen des Volkes von Ostturkestan. Zwischen 751 und 1216 war es total unabhängig. Während dieser Perioden besetzte China immer wieder Ostturkestan, um die Kontrolle über die Seidenstraße zu gewinnen. Dennoch waren diese Besetzungen stets von kurzer Dauer, und China war niemals imstande, eine Hegemonie über Ostturkestan im wahren Sinne des Wortes zu erreichen. In der 2200-jährigen Geschichte von Ostturkestan (wenn wir die Besetzung berücksichtigen, die 1934 begann und bis heute anhält) wurden etwas mehr als 570 Jahre unter chinesischer Besetzung verbracht.8
Es gibt auch geografische Tatsachen, die die Forderung widerlegen, dass Ostturkestan Teil von China ist. Die Zusammensetzung der Bevölkerung von Ostturkestan (ihre Sprache, Religion, ethnische Ursprünge, und ihr nationales und spirituelles Erbe) macht ein Bild der vollständigen Unabhängigkeit von China deutlich. Panku, der große Historiker der Han Dynastie (206 V.C.v.Chr. – 220 A.D.) drückt diese Tatsache aus:
Was die Kleidung, Kostüme, Essen und Sprache angeht, sind die Barbaren [Uighuren] völlig unterschiedlich zum mittleren Königreich … Berge, Täler und die große Wüste trennen sie von uns.9
Dieser Unterschied wurde im Verlauf der Geschichte bewahrt. Auch gab es keine Assimilation, selbst während der Perioden unter chinesischer Besetzung. Heute sind 54% der auf 17 Millionen geschätzten Bevölkerung Ostturkestans Muslime, eingerechnet 47% der Uighuren und 7% der Kasachen. (Diese Zahlen sind aus einer chinesischen Statistik aus 1997, werden aber wegen Chinas voreingenommener Haltung in Bezug auf diese Angelegenheit von internationalen Organisationen als nicht verlässlich angesehen). Die Uighuren, die einen großen Anteil an der Muslimischen Bevölkerungen haben, weisen keine ethnische, religiöse oder linguistische Ähnlichkeit zu den Chinesen auf. Das Alphabet der Uighuren besteht aus arabischen Buchstaben, sie sind alle Muslimisch, und sie leben seit mehr als 1000 Jahren mit den türkischen Bräuchen und Überzeugungen.
Warum ist China angesichts all der Tatsachen so entschlossen, seine Position in Ostturkestan zu behalten? Dies soll diskutiert werden, bevor auf die langen Jahren der chinesischen Unterdrückung übergegangen wird.
Die Bodenschätze Ostturkestans wie Uran, Erdgas, Rohöl und Gold werden nach China gebracht und die Verwendung dieser Rohstoffe ist unter der Kontrolle der Zentralregierung. |
Diese Länder, welche den westlichsten Teil des chinesischen Territoriums bilden, wurden von den Chinesen als Pufferzone gegen die sowjetische Bedrohung während des Kalten Krieges benutzt. Diese Länder sind also von großem Interesse für China und seine eigene Sicherheit und die der anderen Länder in dieser Region. Selbst wo Russland nicht weiter eine Bedrohung für China darstellt, behält China seine Boden- und Lufttruppen in der Region bei, und es hält auch einen großen Teil seines nuklearen Arsenals dort. Ein anderer Grund für die andauernde Präsenz von Chinas Truppen in Ostturkestan ist es, die nötige Kontrolle über die lokale Muslimische Bevölkerung beizubehalten.
Trotz allem sind geo-strategische Anliegen nicht der einzige Grund für Chinas Interesse, Ostturkestan zu kontrollieren. Wie bemerkt, besitzt die Region auch erhebliche natürliche Ressourcen, und das Land ist sehr fruchtbar. Ostturkestan, als Kuwait des 21-ten Jahrhunderts bekannt, ist von besonderem Interesse für sein Öl, Naturgas, Kohle, Gold- und Silberminen, und ist eine von Chinas wichtigsten Quellen für diese Bodenschätze. Sachverständige für dieses Thema sagen, dass Ostturkestan um 2005 Chinas zweit-wichtiges Zentrum für Öl- und Naturgas-Produktion sein wird. Vom Tarimbecken in der Mitte von Ostturkestan insbesondere wird angenommen, dass es erhebliche Öl-Reserven hat. Dieses Becken ist deshalb bekannt als „Meer der Hoffnung“ und wird so eingeschätzt, weil es potenzielle Öl-Reserven von mehr als 10.7 Milliarden Tonnen habt.10 Von Geologen angestellte Nachforschungen haben eine Kapazität von 300 Millionen Tonnen Öl und 220-Billionen Kubikmeter Naturgas festgestellt.11
Radikal, 24.4.01 Da ihre Quellen des Reichtums wie Öl, Gold und Uran von Beijing geplündert werden, sind die Uighuren auch Gefangene in ihrem eigenen Land. Arbeitslosigkeit und niedriger Ausbildungsgrad ist weit verbreitet. Achtzig Prozent der Population lebt unter der Armutsgrenze. Kleine Uighurenbabys können wenigstens hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, wenn ihre Familien ins Ausland, wie z.B. in die Türkei flüchteten. |
Die reichen Naturgas-, Kohle- und Kupfer-Vorkommen der Region machen sie auch unverzichtbar für die chinesische Wirtschaft. Von den 148 unterschiedlichen Mineralen, die in ganz Rot China extrahiert werden, kommen 118 aus Ostturkestan (das entspricht 85% von Chinas Mineral-Produktion). Unter diesen ist Kohle mit seinem hohen Qualitäts- und Energiegehalt besonders wichtig. Die Kohle-Reserven in Ostturkestan werden auf 2 Trillionen Tonnen geschätzt, die Hälfte von Chinas totalen Kohle-Reserven. Eine Studie gegen Ende 2000 hat deutlich gemacht, dass Chinas reichste Kupfer-Minen in Ostturkestan waren. Es ist eine bekannte Tatsache, dass Chinas andere Regionen wenig Kupfer besitzen, und das, welches existiert, ist unzureichend, um die Bedrfnisse des Landes zu decken. Die reichen Kupfer-Vorkommen in Ostturkestan machen die Region in den Augen der Chinese noch wichtiger.12
Neben den Minen ist ein weiterer Grund der Wichtigkeit dieser Gegend ist die Tatsache, dass Ostturkestan einer von Chinas größten Produzenten von Wolle ist. Die rote chinesische Regierung weigert sich, die Produktion von Wolle, dem Rohmaterial der chinesischen Textil-Industrie, den Muslimischen Uighuren auszuhändigen, und entwickelt ständig neue Strategien, um die Kontrolle über die Region beizubehalten. Die Absicht hinter diesen Strategien, die wir im Detail in späteren Kapiteln untersuchen werden, ist es, Ostturkestan nicht zu gestatten, dass es sich entwickelt, und um es von Beijing abhängig zu machen.
Obwohl die Ursprünge der chinesischen Angriffe auf den Islam und die Muslime weit in der Geschichte zurückreichen, wurden diese politischen Richtlinien mit der Etablierung des kommunistischen Regimes in eine systematische Unterdrückung und Völkermord umgewandelt. Als Mao 1949 die Volksrepublik China gründete, wurden alle Ausdrucksformen des Islam zum Ziel gemacht. Diese Feindseligkeit gegenüber dem Islam fing an mit der Schließung von Moscheen, Religionsschulen und anderen Institutionen, die religiöse Erziehung anboten. Die Situation verschlechterte sich, nachdem Portraits vom Vorsitzenden Mao in den nun leeren Orten der Anbetung aufgehängt wurden (und die Muslime wurden gezwungen, solchen Bildern Respekt zu erweisen). Etwa 29.000 Moscheen wurden während dieser Periode geschlossen.13 Die anschließende Welle bestand aus Verhaftungen von religiösen Führern auf Basis von grundlosen und gegenstandslosen Anklagen und Beschuldigungen. Einige von ihnen wurden zum Tode verurteilt, und mehr als 54000 religiöse Personen wurden dazu verdammt, unter den schrecklichsten Bedingungen in chinesischen Arbeitslagern zu arbeiten.14
Türkei, 29.6.97 Grausamkeiten zielen auf moscheen in china Tarih Medeniyet Yeni Şafak, 13.10.01 sie zwangen uns schweine in den Moscheen zu füttern! ... In ostturkestan werden moscheen zerstört Yeni Asya, 1.2.01 anbetung ist verboten Die chinesischen Grausamkeiten in Ostturkestan enden nie. Chinesische Beamte halten oft den Bau und Reparation von Moscheen an, verbieten Muslimen die gemeinsame Anbetung und zwingen sie zu Praktiken, die Islamischer Ideen verletzen. |
China verstärkt andauernd die Unterdrückung der Muslime in Ostturkestan. Junge Muslime, religiöse Persönlichkeiten, Intellektuelle und sogar Kinder werden unter nichtigen Vorwänden verhaftet und gewöhnlich ohne die Familie zu unterrichten, hingerichtet. |
Trotz aller Schwierigkeiten und Folter leben die Menschen in Ostturkestan beharrlich nach ihrer Religion und erfüllen ihre religiösen Pflichten. |
Während die Kommunistische Partei solche Propagandamethoden verwendet, steigert sie auch zur gleichen Zeit die Unterdrückung der Muslime. Im Anschluss an die Initiativen, die in den 90-er Jahren nach Unabhängigkeit drängten (der Baren-Aufstand, der Gulja-Aufstand), wurde die Unterdrückung der Muslime noch weiter verstärkt. Die Art, wie sich diese Aufstände durch ganz Ostturkestan ausbreiteten, und die Tatsache, dass die Türken in öffentlichen Stellungnahmen diese Forderungen nach Unabhängigkeit unterstützten, alarmierten Rot-China. Dies initiierte eine weitere rücksichtslose Kampagne gegen die Muslime, die die Unabhängigkeitsbewegungen unterstützt haben. Hunderttausende Menschen wurden in Gewahrsam genommen, Tausende wurden hingerichtet und Zehntausende in Arbeitslager geschickt. Michael Winchester, einer der wenigen Journalisten, denen es möglich war, die Region zu betreten und einen Geheim-Bericht über die Unterdrückung der Muslime hinauszuschicken, hatte Folgendes in einem Artikel namens „Inside Story China: Beijing vs. Islam“ zu sagen:
Seitdem haben sie nicht eingetragene Moscheen geschlossen; den Gebrauch von Lautsprechern außerhalb registrierter verboten; Quran-Klassen für Kinder und Jugendliche verboten; Geld aus dem Ausland für religiöse Zwecke verboten; Ausreisebestimmungen verschärft; eine Altersbeschränkung für Hajj-Pilgerreisen auferlegt; nicht-autorisierte religiöse Publikationen gesetzlich verboten; bei Mitgliedern der Kommunistischen Partei, die Moscheen besuchten wurde hart durchgegriffen.18
Die Chinesische Kommunistische Partei hat den Unterricht des Quran verboten. |
Jenen Partei-Mitgliedern, die fest an Religion glauben und sich weigern, nach der Umerziehung ihre Art zu ändern, sollte eine gewisse Zeit zur Besserung gegeben werden. Sie sollten dann überzeugt werden, sich von der Partei zurückzuziehen, oder gemäß der Schwere des Falles aus der Partei entlassen werden. In jüngsten Jahren waren davon 98 religiöse Partei-Mitglieder betroffen.19
In Ostturkestan wurden diejenigen, die man beim Beten oder dem Studium des Quran erwischte bestraft, vor allem wenn sie unter 18 sind, weil es das chinesische Gesetz explizit verbietet, dass Minderjährige den Quran studieren. 1999 wurden z.B. fünf 12-Jährige verhaftet, weil sie den Quran gelesen hatten. Als einer von ihnen von der Polizeistation floh, wurde seine Familie von der Polizei verhaftet und gefoltert (und es wurde ihr mitgeteilt, dass man sie nicht entlässt solange er sich nicht auslieferte).20 Dieser Zwischenfall ist bloß einer von vielen, die in Ostturkestan oft stattfinden. Tausende Menschen wurden verhaftet und gefoltert, lediglich, weil sie im Einklang mit ihrer Religion lebten, oder andere Menschen unterrichteten, die so leben wollten. Die Anschuldigungen gegen verhaftete religiöse Personen sind besonders bemerkenswert. Am 28. Oktober 1999 wurde zum Beispiel Memet Eli, der Imam der Oybagh Moschee in Hotan, verhaftet und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil er entgegen der politischen Richtlinie der Kommunistischen Partei Religion unterrichtete. So wurden seine „Straftaten“ in der Anklage dargestellt:
Während seiner Amtes als Imam, studierte, lehrte und implementierte Memet Ali nicht die Regulierungen in Bezug auf Religion, die von der Kommunistischen Partei vorgegeben waren. Er gab vor, dass er nicht die Anweisungen des Amtes für religiöse Überwachung gesehen habe. Als die zuständigen Ämter Studien und erzieherische Aktivitäten für religiöses Personal organisierten, nahm er nicht teil … Er erlaubte Menschen mit unbekannter Identität den Aufenthalt in der Moschee…21
Andere Artikel, wie zum Beispiel „Nichterfüllung der Schulung von kommunistischen Lehren“ (weshalb 6 andere Imame in Hotan auf Grund ähnlicher Anschuldigungen verhaftet wurden) sind augenfällige Beispiele der Unterdrückung, mit denen Muslime in Rot-China konfrontiert sind:
Sie sagten in ihren Gebeten: „Gott befreie Deine Muslimischen Gläubigen von der Unterdrückung der Atheisten.” Sie hielten die Menschen nicht davon ab zu beten, als sie aus anderen Gegenden kamen. Sie überzogen die 20-Minuten Zeit-Begrenzung für das Freitagsgebet und Lehren. Sie unterließen es, die Autoritäten über Menschen zu informieren, die kamen, um religiöse Erziehung zu erhalten.“22